erfahren | verstehen | handeln

Lebendiger Lernort Arensnest

Handlungspädagogische Erfahrungsräume,
um Zukunftsfragen zu erforschen

Die Welt, wie wir sie kennen, wandelt sich schneller, als wir es begreifen können.
Umso wichtiger sind praktische Erfahrungsräume, in denen Kinder und Jugendliche Zukunftsfragen erforschen, selbstwirksame Handlungsmöglichkeiten einüben und sich in integrativen Entscheidungsfindungsprozessen erproben können.

Die Landwirtschaft bietet einen praktischen, greifbaren Ausschnitt unserer Lebenswelt, die vor vielfältigen Zukunftsfragen steht. Nicht nur Klimakrise und Artensterben, sondern auch Hofsterben und Flächendruck gehören zu den Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Wer wird wie und wo unser Essen von Morgen produzieren?

In einem überschaubaren Rahmen ermöglicht der Arensnester Hoforganismus handlungspädagogische Lernerfahrungen für Kinder und Jugendliche. Praktische Lernerfahrungen auf dem Lernort Bauernhof fördern eine empathische Verbindung mit dem Umweltmedium Boden und schulen Handlungsfähigkeit in komplexen Entscheidungsfindungen am Beispiel der Landwirtschaft.

 

Selbstlernen auf dem Bauernhof

Die Schüler*innen beteiligen sich aktiv an konkreten Veränderungen des Hoforganismus. Sie werden selbstverantwortlich in alle anstehenden Tätigkeiten eingebunden, erweitern dadurch nicht nur ihr Erfahrungswissen und ihre praktische Fähigkeiten, sondern auch ihre empathische Verbundenheit mit Natur, Umwelt und ihren Altersgenoss*innen.

Arbeitsvorgänge werden entsprechend der Fähigkeiten und Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen angepasst (z.B. mittels kleinen Handarbeitsgeräten). Die Kinder und Jugendlichen planen und evaluieren Projekte zu klar umrissenen Fragen des Bodenaufbaus und der Landnutzung (z.B. Kompostherstellung, Gestaltung der Weiden, Anlegen von Garten). Dabei werden ihnen Handlungsoptionen auf einfache Art und Weise transparent gemacht, und deren Auswirkungen werden gemeinsam über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert.

Künstlerische Arbeitsweisen wie Lieder singen, Geschichten schreiben, Kunst und Theater bieten Reflexionsräume, um das Erlebte altersgerecht zu verarbeiten und zu teilen.

Konkrete Gestaltungskompetenzen
für globale Transformationsprozesse

Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werden Kinder und Jugendliche in konkrete Gestaltungs- und Veränderungsprozesse innerhalb der komplexen Wirkungszusammenhängen des Bauernhofes eingebunden und mit globalen Transformationsprozessen konfrontiert.

Handlungspädagogische Lernerfahrungen auf dem Lernort Bauernhof fördern empathische Verbindungen, ermöglichen Mut und Entschlossenheit für Veränderungen und treiben den individuellen und sozialen Wandel voran.

 

UNSER ANSATZ

Durch selbstverantwortliche Tätigkeiten und sinnliche Erfahrungen lernen Kinder und Jugendliche die Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf Weide und Acker, in der Streuobstwiese, im Feuchtbiotop und im Boden kennen. Sie beobachten Tierverhalten und saisonale Veränderungen und lernen, diese zu beschreiben.

Durch eigene Experimente und Partizipation an Langzeitversuchen (z.B. dem Humusprojekt) lernen sie die Wirkungszusammenhänge verstehen und nähern sich in konkreten Beispielen globalen Phänomenen (z.B. dem Klimawandel) und langfristigen Veränderungen (z.B. Bodenaufbau).

In einem gemeinsam gestalteten Handlungsrahmen erfahren Kinder und Jugendliche die Auswirkungen ihres Wirkens in Beziehung zu Mensch und Natur und erleben so ihre eigene Wirkungsmächtigkeit und Verantwortlichkeit für ihre Umwelt (Tiere, Menschen auf dem Hof, Klima und global Commons). Gemeinsam reflektieren wir die gewonnenen Erkenntnisse und erproben Handlungsalternativen.

Unsere Angebote

Jahreszeitenkurs


März bis Juni 2021

Einen Samen setzen

Was keimt wie und wann? Wir erleben Sortenvielfalt mit allen Sinnen, erforschen Bedürfnisse der Samen (Keimbedingungen) und erkunden die Vielfalt auf unseren Tellern und im Supermarkt.

Den Boden bereiten

Was ist eine guter Boden? Sobald die Regenwürmer sich regen, erkunden wir mit allen Sinnen unsere Böden; wir bereiten sie für die bevorstehende Aussaat vor und probieren, wie wir „guten“ Boden schaffen können.

Pflanzzeit

Was brauchen Pflanzen? Wenn alles blüht, pflanzen wir gemeinsam, was wir bereits vorgezogen haben, säen, was direkt in die Erde kann, und legen die ersten Frühkartoffeln.

Futter machen und Nektar holen

Was summt, brummt und mäht denn hier? Die Mahd steht bevor. Wir erforschen die Vielfalt an Pflanzen und Tieren auf der Weide.

Erntezeit

Was ist bereit für den Kochtopf? Vor den Sommerferien ernten wir die ersten Frühkartoffeln und holen vom Acker, was dieser uns bereitet.

Humusprojekt

Lebendige fruchtbare Böden sind die Grundlage unseres Lebens. Sie sind der Nährboden für gesunde Pflanzen und Tiere. Sie speichern und filtern Wasser, nehmen Kohlenstoff auf und speichern damit CO2. Doch die Böden dieses Planeten sind gefährdet. Ein Drittel ist bereits degradiert und hat seine Lebendigkeit verloren. Die FAO, die Food und Agriculture Organisation der UNO, spricht bei Böden mit einem Humusgehalt von unter 2% von Böden, die sich zur Wüste entwickeln. In den trockenen Magerrasen der Schäferei Arensnest ist durchschnittlich 0,86% Humus gebunden.

ZIEL: 5% HUMUS

Mit Bäumen, Tieren und Kompost werden wir die Böden wieder aufbauen und Kinder und Jugendliche an diesem langfristigen Prozess teilhaben lassen. Regenerative Landwirtschaft ist für uns ein Lernfeld, in dem wir gemeinsam Veränderungen in unseren Böden erfahren und globale Prozesse begreifen.

Im Rahmen des Humusprojektes lernen Kinder und Jugendliche, Böden zu untersuchen, zu beschreiben sowie Bodenentwicklungen zu bewerten. Sie ergreifen praktische Massnahmen für Veränderungen und erleben sich in ihrer Wirkungsmächtigkeit. Sie werden selbst ein kleiner Teil einer langfristigen Veränderung, in dem sie Bäume pflanzen, Biomasse kompostieren, sich am Umtrieb der Tiere (siehe MOB grazing) und an der Pflege von Weiden und Bäumen beteiligen. In unterschiedlichsten und selbst gewählten Ausdrucksformen (z.B. Geschichten, Bilder, Filme) dokumentieren sie ihre kleinen Schritte als Teil einer großen Transformation.

Gefördert durch Lottomittel des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) des Landes Brandenburgs